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Kompensationsmaßnahmen-Informationssystem - KISS

Anlass des Fachverfahrens

Als Vorhabensträger ist die Straßenbauverwaltung verantwortlich für die Einhaltung der Genehmigungsauflagen, die sich aus der naturschutz-rechtlichen Eingriffsregelung gem. §14 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) i.V. mit §9 Sächsisches Naturschutzgesetz (SächsNatSchG) ergeben. Verbunden damit ist die Verpflichtung zur Durchführung landschafts- pflegerischer Maßnahmen zur Kompensation von Eingriffen in Natur und Landschaft und deren langfristige Sicherung.

Zum Vollzug der Eingriffsregelung wurde KISS im Jahr 2001 in der sächsischen Straßenbauverwaltung eingeführt. Fachlich orientiert sich der Aufbau der Datenbank an den Grundlagen für die Umsetzung der Eingriffsregelung im Straßenbau gemäß der

  • Richtlinien für die landschaftspflegerische Begleitplanung im Straßenbau (RLBP) 
  • Richtlinie für die Anlage von Straßen, Abschnitt 2: Landschaftspflegerische Ausführung, RAS-LP 2

und berücksichtigt dabei die Anforderungen an Kompensationskataster gemäß der

  • Hinweise zur rechtlichen Sicherung, Pflege und Kontrolle landschaftspflegerischer Maßnahmen im Straßenbau. Entwurf 1999 der Arbeitsgruppe Straßenentwurf.

Technisch wurde das Fachverfahren gemäß der

  • Entwicklungsgrundsätze für IT-Vorhaben im Straßenwesen der Dienstbesprechung „Koordinierung der B/L-Fachinformationssysteme im Straßenwesen – IT-Ko“ vom 09.01.2008 
aufgebaut.
    Projektübersicht im KISS

    Projektübersicht im KISS
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    Ziel des Fachverfahrens

    Das Fachverfahren KISS dient der Wahrnehmung der Fachaufsicht der sächsischen Straßenbauverwaltung hinsichtlich straßenbaubedingter Eingriffe in Natur und Landschaft (Eingriffsregelung) und ist zugleich Arbeitsgrundlage für das Kompensationsflächenmanagement (Organisation der dauerhaften Unterhaltungspflege mit Funktionskontrollen).

    Die Anwendung verfügt zur Erfassung, Verwaltung, Überwachung und Dokumentation der Kompensationsmaßnahmen über die Möglichkeit

    • der Dateneingabe (Bauprojekte/Eingriffe, Maßnahmen, Teilmaß- nahmen, Unterhaltungspflege, Funktionskontrollen),
    • der flurstücksgenauen Maßnahmeverortung im WebGIS mit der Möglichkeit der Vermeidung von Mehrfachbelegung einer Fläche durch verschiedene Kompensationsmaßnahmen und der Eingriffs- vermeidung auf Kompensationsflächen,
    • der Dokumentenverwaltung (Genehmigungsbeschlüsse, Maßnahme- blätter, Pflege- und Pachtverträgen), Antragsverwaltung
    • der Maßnahmeverfolgung (Historisierung) mit drei Planungsständen Baurecht (LBP/Planfeststellung), Ausführung (LAP) und Bestand (Abnahme),
    • der Terminplanung mit einem Wiedervorlagesystem für Unterhaltungs- pflege und Funktionskontrollen sowie
    • der statistischen Auswertung einschließlich Export- und Druckfunktion.
    Projektdaten

    Projektdaten
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    Anwender und Zielgruppen

    Die Eingabe und Pflege der Daten erfolgt grundsätzlich durch die sächsische Straßenbauverwaltung. Die Dateneingabe kann von beauftragten Ingenieurbüros übernommen werden. Die Pflege der in Form von Auswahlkatalogen in die Datenbank eingebunden Stammdaten, das Führen der Nutzerverwaltung sowie der technische Support werden von der LISt GmbH übernommen.

    Kompensationsmaßnahme

    Kompensationsmaßnahme
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    Derzeitiger Sachstand

    Zum 01.04.2014 wurde das Fachverfahren KISS in der Version 3 in der Straßenbauverwaltung eingeführt. Beim Redesign wurden neben der Umsetzung der 4-Schicht-Architektur auch umfangreiche Anpassungen an aktuelle Betriebssysteme und neue Serversoftware, bei der Nutzer-/Rechteverwaltung sowie Geodatendarstellung (WebGIS gemäß OGC-Standard) vorgenommen.

    Aufgrund der Datenmenge (mehr als 1.230 Straßenbauprojekte mit rund 6.400 Kompensationsmaßnahmen) und dem gleichzeitigen Zugriff verschiedener Anwender auf einen Datensatz erfolgt die Datenhaltung über eine zentrale Datenbanklösung (PostgreSQL). Die neue KISS-Version wurde als Web-Applikation realisiert, so dass eine Installation beim Anwender entfällt. Nunmehr können sowohl Mitarbeiter der Behörden als auch Dritte (z. B. Ingenieurbüros) über eine gesicherte Internetverbindung Daten einpflegen.

    Die Geodaten werden über ein im KISS integriertes WebGIS angezeigt. Die Eingabe der Geodaten erfolgt über den Import von Shape-Files oder direkt im WebGIS (Digitalisierung). Die Daten der Kompensations- flächen im Bestand können im Sächsischen Metadatenkatalog GeoMIS abgerufen werden.

    Als ressortübergreifendes Fachverfahren werden über KISS in der Straßenbauverwaltung die Kompensationsmaßnahmen zu Bauprojekten des klassifizierten Straßennetzes (Autobahn, Bundesstraße, Staatsstraße) eingegeben.

     

    KoKa-Nat - Kompensationsflächenkataster der Umweltverwaltung Sachsen

     

    Alle weiteren Kompensationsmaßnahmen zu Baupojekten aus z. B. Straßenbau auf Kreis- und kommunaler Ebene, Energiegewinnung/ -versorgung, Forst- und Landwirtschaft, Bebauung, Wasserbau usw. werden über das Fachverfahren KoKa-Nat durch die Naturschutz- verwaltung eingetragen.

    Das Fachverfahren KoKa-Nat dient den Naturschutzbehörden als Instrument zur Erfassung, Überwachung, Verwaltung und Dokumenta- tion von Eingriffkompensationsmaßnahmen sowie Naturschutzmaß- nahmen gemäß SächsÖKoVO (Ökokontomaßnahmen).

    KoKa-Nat wurde in Anlehnung an KISS entwickelt und 2008 in der sächsischen Naturschutzverwaltung eingeführt. Der Datenbestand wird in einer Datenbank vorgehalten und mit zwei spezifischen Eingabe- oberflächen angezeigt. Dadurch werden aufwändiger Datenaustausch und doppelte Datenhaltung vermieden.

    Die Anwender aus sächsischer Straßenbau- und Naturschutzverwaltung können jederzeit mit dem aktuellen Datenstand arbeiten, sachsenweite Abfragen nach Kompensationsflächen sind leicht möglich.

     

    Darstellung der Kompensationsmaßnahme im WebGIS

    Darstellung der Kompensationsmaßnahme im WebGIS
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    Weiterentwicklungen

    Durch die Einführung von datenholenden und -bereitstellenden (OKSTRA-)Schnittstellen zu anderen Fachverfahren soll die doppelte Datenhaltung mit fehleranfälligem Datenaustausch entfallen.

    Die Abfrage- und Datenausgabemöglichkeiten sollen entsprechend den Anwenderanforderungen ergänzt werden.

    Der besonderen Stellung des Artenschutzes soll durch Einführung spezieller Eingabefelder für Artenschutzmaßnahmen Rechnung getragen werden.

    Das Fachverfahren soll durch Einbindung neuer Softwareversionen aktuell gehalten werden.

    Kompensationsmaßnahme im Orthofoto

    Kompensationsmaßnahme im Orthofoto
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    Weitere Informationen

    Fachliche Ansprechpartnerin

    Frau Katarina Rößler

    • SymbolTelefon:
      (+49) (0)37207-8 32 -611
    • SymbolTelefax:
      (+49) (0)351-4 51 17 84 -599
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