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Das Informationssystem für den Straßen- unterhaltungs- und Betriebsdienst - PRO-UI

Anlass des Fachverfahrens

Startbildschirm PRO-UI

Startbildschirm PRO-UI
(© Bildrechte)

Jährlich werden durch den Bund über 900 Millionen € für den Betriebsdienst an Bundesfernstraßen ausgegeben. Dies hat ihn dazu veranlasst, Grundlagen für eine betriebswirtschaftlich orientierte Steuerung des Straßenbetriebsdienstes zu schaffen. Ziel ist es, den Betriebsdienst transparent und wirtschaftlicher als bisher zu gestalten ("Umsetzung der Betriebsdienststeuerung"). Hauptinhalt ist dabei der Wechsel von der bisher praktizierten inputorientierten Steuerung zu einer leistungsorientierten Outputsteuerung. (Zuweisung von Budgets auf der Grundlage von Bestands-, Leistungs- und Kostendaten.)

Allgemeiner Hintergrund des Vorhabens ist die Erkenntnis, dass für eine effektive und effiziente Erfüllung der öffentlichen Aufgaben neue Wege gesucht werden müssen. Ausgehend von internationalen Erfahrungen zum "New Public Management" werden deshalb beim Bund und den Ländern neue Konzepte umgesetzt; in Sachsen z. B. das "Neue Steuerungsmodell". Die "Umsetzung der Betriebsdienststeuerung" ordnet sich in diesen Rahmen ein.

In Bund-Länder-Arbeitsgremien wurden folgende Regelwerke erarbeitet und den Ländern zur Verfügung gestellt:

  • Das "Leistungsheft für den Straßenbetriebsdienst auf Bundesfernstraßen" des BMVBS von Dezember 2004
  • Das Allgemeine Rundschreiben Straßenbau Nr 30/2006 Maßnahmekatalog Straßenbetriebsdienst (MK 1) - "Maßnahmekatalog zur Umsetzung der Steuerung des Straßenbetriebsdienstes in den Ländern" des BMVBS vom 27.09.200
  • Die "Richtlinie zur Ermittlung und Verrechnung von Kosten im Straßenbetriebsdienst an Bundesfernstraßen" des BMVBS von 23.01.2007 (RL Kosten)
  • Die "Richtlinie zur Erhebung des Anlagebestandes der Bundesfernstraßen" des BMVBS vom 09. Juli 2009

Neben den Vorgaben des Bundes wurden weitere landesspezifische Vorgaben erarbeitet:

  • Die Verwaltungsvorschrift des SMWA vom 01.06.2007 zur RL Kosten (eingeführt für den Bereich der Staatsstraßen und die in der (damals) technischen Verwaltung befindlichen Kreisstraßen)
  • Die "Buchungsanweisung zur Durchführung der gemeinsamen Unterhaltung der Bundes-, Staats- und Kreisstraßen und zur Buchung und Abrechnung des Gemeinschafts- und Direktaufwandes im Freistaat Sachsen 1/2009 (B-Anw.GA und DA-SN 09) des SMWA vom 15.12.2008

Die grundlegenden Vorgaben enthält der Maßnahmenkatalog MK 1. Danach soll die Umsetzung der Betriebsdienststeuerung in sieben Teilprojekten erfolgen: Anwendung des Leistungsheftes für den Straßenbetriebsdienst, Anwendung einer Kosten- und Leistungsrechnung (KLR), Erhebung und Pflege der Bestandsdaten, Einführung der Arbeitsplanung, Organisation eines Betriebsdienstcontrollings, leistungsbezogene Budgetierung und Einrichtung eines Qualitätsmonitorings.

Leistung und Steuerung nach MK 1

Leistung und Steuerung nach MK 1
(© LISt GmbH)

Die oben angegebenen Richtlinien enthalten einheitliche Vorgaben zur Ermittlung der Kosten im Betriebsdienst und sind gleichzeitig die Grundlage für sämtliche an den Bund im Bereich der Straßenunterhaltung zu meldende Daten.

Zielstellung des Fachverfahrens

Schwerpunkt des Fachverfahrens ist derzeit die Einführung einer konsistenten und vollständigen Kosten- und Leistungsrechnung, die sowohl den Vorgaben der RL Kosten als auch den betriebswirtschaftlichen und kaufmännischen Anforderungen an eine realistische Widerspiegelung des Prozesses der Leistungserstellung genügt.

Darüber hinaus sollen auch alle anderen Teilprojekte des Maßnahmenkataloges MK 1 abgebildet werden können. Insbesondere betrifft das die betriebsdienstrelevanten Bestandsdaten sowie die Arbeits- und Ressourcenplanung.

Letztendlich soll mit dem Programmsystem PRO-UI ein wirtschaftliches Modell entstehen, welches als Datengrundlage und Werkzeug für ein umfassendes Controlling im Sinne des Maßnahmenkataloges MK 1 zur Umsetzung der Betriebsdienststeuerung in den Autobahn- und Straßenmeistereien dient.

PRO-UI: Programmsystematik

PRO-UI: Programmsystematik
(© LISt GmbH)

Derzeitiger Sachstand

Zurzeit sind zwei Teilprojekte abgeschlossen:

  • Die Erfassung der Leistungen entsprechend des "Leistungsheftes für den Straßenbetriebsdienst"

Die Leistungserfassung in den Meistereien innerhalb dieses Projektes erfolgt bereits seit 2007 flächendeckend und liefert ein realistisches Bild der einzelnen Tätigkeiten.

  • Die Implementierung der Kosten und Leistungsrechnung (KLR)

Die KLR bietet mehrere Möglichkeiten der Kostenauswertung (Voll- und Teilkostenrechnung, Zeit- und Stückkosten, Kosten nach Baulastträgern und Leistungsbereichen usw.) und liefert für das Jahr 2009 die ersten auswertbaren Daten.

PRO-UI: Kostenübersicht pro Leistungsbereich

PRO-UI: Kostenübersicht pro Leistungsbereich
(© LISt GmbH)

Folgendes Teilprojekt ist momentan in Bearbeitung:

  • Die Erhebung von Bestandsdaten für alle Straßenklassen als wichtige Grundlage für die Arbeitsplanungen

In der Straßeninformationsbank - als übergeordnetes System - werden die Bestandsdaten erfasst und damit dem jeweiligen Straßenabschnitt zugeordnet. Derzeit werden für sieben Straßenmeistereien und eine Autobahnmeisterei alle betriebsdienstrelevanten Bestandsdaten aufgenommen. PRO-UI wird auf diese Bestandsdaten zugreifen und ermöglicht damit die meistereispezifischen Arbeitsplanungen (jährlich, monatlich, wöchentlich) im Hinblick auf personelle und technische Ressourcen. Durch den ständigen Abgleich zwischen Leistungserfassung und Arbeitsplanung sind die Autobahn- und Straßenmeister zukünftig in der Lage, steuernd in die Arbeitsprozesse einzugreifen.

Folgende Eingaben werden derzeit im Wesentlichen in den Meistereien durchgeführt:

  • Erfassung von sämtlichen Leistungen, die im Rahmen der betrieblichen bzw. baulichen Straßenunterhaltung erbracht werden (entsprechend des Leistungsheftes des Bundes) sowie Leistungen, die notwendig sind, um diese erbringen zu können (Hilfsleistungen wie Verwaltungsaufgaben oder meistereiinterne Leistungen)
  • Erfassung sämtlicher Rechnungen (Mittelbewirtschaftung), die für die Leistungen des Betriebsdienstes, die Technik, die Betriebsgebäude o. a. anfallen und deren verursachergerechte Zuordnung
  • Abrechnung der Fahrzeuge und Geräte

Über die Angaben in der Leistungserfassung (Arbeitszeiten, Erschwerniszuschläge, Einsatzorte usw.) wird durch PRO-UI die Berechnung der unstetigen Lohnbestandteile durchgeführt und den entsprechenden lohnbearbeitenden Stellen zur Verfügung gestellt. Des Weiteren werden die Arbeitszeitkonten der Mitarbeiter des Straßenbetriebsdienstes (Straßen- und Autobahnmeistereien) über das System berechnet und ausgewiesen.

Die Bestandsführung des gesamten Anlagevermögens einer Meisterei (Technik, bauliche Anlagen und sonstiges Anlagevermögen) erfolgt über PRO-UI. Sie ist auch wegen der noch fehlenden DOPPIK für die KLR unabdingbar.

PRO-UI: Fahrzeug und Gerätemodul

PRO-UI: Fahrzeug und Gerätemodul
(© LISt GmbH)

Die zentrale Betreuung aller Nutzer und programmtechnische, inhaltliche Weiterentwicklung von PRO-UI erfolgt durch die LISt GmbH. Diese leitet in diesem Zusammenhang eine übergeordnete Arbeitsgruppe aller beteiligten Bundesländer, die PRO-UI einsetzen und ist maßgeblich für den aktuellen Entwicklungsstand verantwortlich.

Darüber hinaus werden durch die LISt GmbH die Verrechnungs- und Zuschlagssätze (z. B. für UI-Personal, für Fahrzeuge und Geräte) ermittelt, überprüft und zur Verfügung gestellt. Diese Kostensätze bilden die Grundlage für die Rechnungslegung bei Schäden, die durch Dritte verursacht wurden.

Schwerpunkt der weiteren Bearbeitung:

  • Festlegung / Vereinbarung von Turnussen bzw. Häufigkeiten der Leistungserstellung
  • Entwicklung eines Verfahrens zur Festlegung von landeseinheitlichen Leistungskennwerten
  • Entwicklung eines Konzeptes für die Arbeitsplanung in den Autobahn- und Straßenmeistereien
  • Entwicklung eines Berichts- und Kennzahlensystems als Arbeitsgrundlage für das Betriebsdienstcontrolling
  • Entwicklung eines umfassenden Controllingkonzeptes, das auch ein Teilkonzept für die leistungsbezogene Budgetierung enthält
  • Entwicklung eines für Sachsen angepassten Qualitätsmonitoring auf der Basis der Ergebnisse eines Forschungs- und Entwicklungsauftrages des Bundes
  • Entwicklung eines Schulungs- und Informationssystems zur Vermittlung des notwendigen Hintergrundwissens zu MK 1 auf verschiedenen Ebenen bzw. für unterschiedliche Zielgruppen

Darüber hinaus sind weitere Optimierungen des Programms notwendig. Dies betrifft beispielsweise die Definition von Schnittstellen zu anderen Anwenderprogrammen, wie das Haushaltssystem SABIS und das Fachinformationssystem Baum (FIS - Baum).

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Weitere Informationen

Fachlicher Ansprechpartner

Herr Rainer Gajewski

  • SymbolTelefon:
    (+49) (0)3737-7 84 -500
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    (+49) (0)351-4 51 17 84 -599
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